Sonne tut gut — sie hebt die Stimmung, fördert die Bildung von Vitamin D und lockt uns nach draußen. Doch die ultraviolette Strahlung der Sonne birgt auch erhebliche Risiken für unsere Haut. Jedes Jahr erkranken in Deutschland über 200.000 Menschen neu an Hautkrebs, und vorzeitige Hautalterung durch UV-Strahlung ist längst kein rein kosmetisches Problem mehr. Ein konsequenter Sonnenschutz ist daher unverzichtbar — nicht nur im Hochsommer, sondern auch im Frühling und bei bewölktem Himmel.
Warum Sonnenschutz so wichtig ist
Die Sonne sendet zwei Arten ultravioletter Strahlung aus, die unsere Haut erreichen: UVA- und UVB-Strahlen. UVB-Strahlen sind kurzwellig und verursachen Sonnenbrand sowie direkte DNA-Schäden in den Hautzellen, die langfristig zu Hautkrebs führen können. UVA-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein, zerstören Kollagen und Elastin und sind damit der Hauptverursacher vorzeitiger Hautalterung — Falten, Pigmentflecken und Elastizitätsverlust sind die Folge.
Besonders tückisch: UVA-Strahlen durchdringen Wolken und Fensterglas, weshalb die Haut auch an bewölkten Tagen und in Innenräumen exponiert sein kann. Die kumulative UV-Belastung über die Lebensjahre hinweg erhöht das Risiko für Basalzellkarzinome, Plattenepithelkarzinome und das besonders gefährliche maligne Melanom deutlich.
Tipp: Achten Sie auf den UV-Index in Ihrer Wetter-App. Ab einem UV-Index von 3 ist Sonnenschutz empfohlen, ab 8 sollten Sie die Mittagssonne (11–15 Uhr) möglichst meiden. Auch im Schatten erreichen Sie noch etwa 50 Prozent der UV-Strahlung.
Den richtigen Lichtschutzfaktor wählen
Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt an, um welchen Faktor sich die Eigenschutzzeit der Haut verlängert. Hat Ihre Haut eine Eigenschutzzeit von 10 Minuten, können Sie sich mit LSF 30 theoretisch 300 Minuten in der Sonne aufhalten, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. In der Praxis sollten Sie diesen Wert jedoch nur zu etwa 60 Prozent ausschöpfen, da Schweiß, Abrieb und ungleichmäßiges Auftragen die Schutzwirkung reduzieren.
Die Wahl des richtigen LSF hängt von Ihrem Hauttyp ab: Helle Hauttypen (Typ I und II) mit blonden oder roten Haaren benötigen mindestens LSF 30, besser LSF 50. Mittlere Hauttypen (Typ III) kommen mit LSF 20 bis 30 aus, während dunklere Hauttypen (Typ IV) in der Regel mit LSF 15 bis 20 ausreichend geschützt sind. Für den Alltag empfehlen Dermatologen generell einen LSF von mindestens 30.
Wichtig: Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Produkt sowohl UVA- als auch UVB-Schutz bietet. Das EU-weit gültige UVA-Siegel (kreisförmiges Logo) garantiert, dass der UVA-Schutz mindestens ein Drittel des angegebenen LSF beträgt.
Richtig eincremen — die häufigsten Fehler
Studien zeigen, dass die meisten Menschen viel zu wenig Sonnencreme verwenden. Für den gesamten Körper eines Erwachsenen benötigen Sie etwa 30 bis 40 Milliliter — das entspricht ungefähr sechs Teelöffeln. Für das Gesicht allein sollten Sie einen gestrichenen Teelöffel einplanen. Tragen Sie die Creme großzügig und gleichmäßig auf und vergessen Sie dabei nicht Ohren, Nacken, Fußrücken und den Scheitel.
Cremen Sie sich etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Sonnenbad ein, damit der Filter vollständig in die Haut einziehen kann. Erneuern Sie den Schutz alle zwei Stunden sowie nach jedem Baden, starkem Schwitzen oder Abtrocknen — auch bei wasserfesten Produkten. Beachten Sie: Nachcremen verlängert die Gesamtschutzzeit nicht, es erhält sie nur aufrecht.
Wichtig: Kinderhaut ist besonders empfindlich und dünner als die Haut Erwachsener. Kinder unter einem Jahr sollten gar nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden. Für ältere Kinder gilt: Immer LSF 50 verwenden, UV-Schutzkleidung anziehen und die Mittagssonne konsequent meiden.
After-Sun-Pflege — Was tun bei Sonnenbrand?
Trotz aller Vorsicht kann es passieren, dass die Haut zu viel Sonne abbekommt. Ein leichter Sonnenbrand äußert sich durch Rötung, Spannungsgefühl und leichte Schmerzen. In diesem Fall sollten Sie die betroffenen Stellen sofort kühlen — mit feuchten Tüchern oder speziellen After-Sun-Lotionen. Produkte mit Aloe Vera, Panthenol oder Allantoin beruhigen die Haut und unterstützen die Regeneration.
Trinken Sie viel Wasser, da die Haut bei Sonnenbrand vermehrt Feuchtigkeit verliert. Meiden Sie weitere Sonneneinstrahlung, bis die Rötung vollständig abgeklungen ist. Auf keinen Fall sollten Sie Blasen aufstechen oder fettige Cremes auf stark gerötete Haut auftragen.
Suchen Sie einen Arzt auf, wenn sich Blasen bilden, der Sonnenbrand große Flächen betrifft, Fieber, Schüttelfrost oder Übelkeit auftreten oder kleine Kinder betroffen sind. Bei schweren Verbrennungen kann eine ärztliche Behandlung notwendig sein.
Persönliche Beratung: Kommen Sie zu uns in die Sonnen-Apotheke — wir beraten Sie gerne individuell zum passenden Sonnenschutz für Ihren Hauttyp und empfehlen Ihnen geeignete After-Sun-Produkte. Kontakt aufnehmen


